Bruder Konrad, Patron der Bundespolizei

Pilgern zum Schutzheiligen Br. Konrad zurück
Zweite Wallfahrt der Bundespolizei nach Altötting festigt eine junge Tradition 


Am 5. Mai pilgerten zum zweiten Mal Angehörige der Bundespolizei nach Altötting, um der Muttergottes zu danken und ihres Patrons, des hl. Bruders Konrad zu gedenken: ein Beweis für die fortdauernde Anziehungskraft des Wallfahrtsgedankens.

Die zweite Auflage einer ganz jungen Wallfahrt erlebte Altötting am 5. Mai. Erst im vergangenen Jahr wählte die Bundespolizei (BPOL, ehemals Bundesgrenzschutz) den hl. Bruder Konrad zu ihrem Schutzpatron. Der Gedanke reifte nach einem Besuch im Wallfahrtsort Altötting im Rahmen eines berufsethischen Seminars mit Bundespolizeipfarrer Hans-Jürgen Vogelpohl in Burghausen. Dabei konnten die Beteiligten viele Parallelen zwischen dem Wirken des Heiligen damals und den täglichen Aufgaben der Bundespolizisten feststellen. Der Nachfolger Pfr. Vogelpohls als BPOL-Seelsorger der Abteilung Deggendorf, Prämonstratenserpater Dr. Gabriel Wolf, erläutert es so: Wie der Klosterpförtner Konrad arbeiten auch die Beamten der Bundespolizei an der Schnittstelle von „außen“ und „innen“, an Brennpunkten. Die bodenständige, werteorientierte Weltanschauung des Bruders Konrad sei auch wegweisend für die tägliche Arbeit der Polizisten im Kontakt mit vielen unterschiedlichen Menschen.
Eine erste Wallfahrt nach Altötting am 6. Mai 2006 festigte die Beziehung zum Wirkungsort des Patrons – ebenso wie die Anbringung einer Votivtafel im Umgang der Gnadenkapelle im September vorigen Jahres zum Dank dafür, dass sieben auf dem Weg zu einem Einsatz verunglückte Beamte wie durch ein Wunder nahezu unverletzt blieben.
Nun also kamen die Bundespolizisten und ihre Angehörigen – rund 200 an der Zahl – abermals nach Altötting. Hauptzelebrant des Pilgergottesdienstes in St. Konrad war Seelsorger P. Gabriel, an seiner Seite standen Oberpfarrer Michael Kudlaszyk (München) und P. Rainer Klostermann (Bayreuth). Für die musikalische Gestaltung sorgte das Orchester des Bundespolizei-Präsidiums Süd (kleine Besetzung). P. Gabriel hatte die schwere Aufgabe, die von Standortschließungen im Rahmen der BPOL-Reform betroffenen Beamten zu trösten und gleichzeitig den Dank der „verschonten“ Kollegen zum Ausdruck zu bringen. In seiner Predigt erinnerte P. Gabriel an die feste Verwurzelung Bruder Konrads in Gott. Auch sei der Heilige in besonderem Maße den Menschen verpflichtet und zugewandt gewesen. Diese Verpflichtung gelte auch für den Polizeidienst. Nach dem Gottesdienst wurden die Ordnungshüter von Wallfahrtskustos P. Felix Kraus über den Kapellplatz zu einer Statio vor der Gnadenkapelle geleitet.

Auch wenn das Wetter nicht so mitspielte wie in den zurückliegenden Wochen, freute sich P. Gabriel über das Gelingen dieser zweiten BPOL-Wallfahrt: „Mein Herz hängt an Altötting, an der Gnadenkapelle“, sagt der Polizeiseelsorger. Er stamme aus Franken, die dort verbreitete Marienverehrung habe ihn geprägt. Mit ihm darf Altötting also auf eine weitere Pilgerfahrt der Bundespolizei im kommenden Jahr hoffen.

Altöttinger Liebfauenbote 13.5.2007, Text: Wolfgang Terhörst, Foto: Dorfner.